Immobilie kaufen – ja oder nein? Wenn es um den Schutz des Gesparten vor Inflation geht, ist die Antwort definitiv ja!
Während der Krise hat die Europäische Zentralbank die Wirtschaft eifrig mit Geld versorgt. Gut für die Wirtschaft und für den Moment – mittelfristig nicht so gut für die Verbraucher. „Die hohe Liquidität scheint sich in steigenden Rohstoffpreisen niederzuschlagen“, sagt Martin Hüfner von Assenagon Asset Management. Und das führt wiederum zu steigenden Verbraucherpreisen. „Zwar hält sich dieser Effekt derzeit noch in Grenzen, doch kam die Inflation in den ersten Monaten dieses Jahres schneller zurück, als erwartet“, weiß der Finanzexperte.
Und der Staat hat sogar ein Interesse an der Inflation: Denn mit steigenden Schulden steigt gleichzeitig der Reiz, die Geldentwertung als Mittel des Schuldenabbaus zu nutzen.
Inflation ist gut für den Schuldenabbau
Zwar glauben viele Experten gar nicht an eine unmittelbar drohende Inflation, dennoch treibt viele Anleger diese Frage um.
Viele Bundesbürger sind der Meinung Immobilien seien ein probates Mittel – so gaben in einer Forsa-Umfrage 51 Prozent an, sie würden sich gegen eine Inflation am ehesten wappnen, indem sie in Häuser oder Eigentumswohnungen investieren. 33 Prozent glauben in einer solchen Situation an den stabilen Wert von Gold. Wertpapieren und Aktien trauen dagegen nur 11 Prozent der Befragten.
Und nicht nur der die niedrigen Zinsen momentan sprechen für die Theorie. Wer fest konditionierte Kredite aufnimmt, um eine Immobilie zu finanzieren, darf sich außerdem über sinkende Realbelastungen freuen. Denn wir wissen inzwischen: Eine Inflation entlastet den Schuldenberg.
Eine Beispielrechnung: Ein Darlehen von 150.000 Euro mit einem Nominalzins von fünf Prozent wird mit einem Prozent Anfangstilgung zurückgezahlt. Nach zehn Jahren beträgt die Restschuld, ohne Inflation und Sondertilgungen, rund 130.000 Euro. Kommt aber eine durchschnittliche Inflationsrate von zwei Prozent hinzu, sinkt der Realwert des Restdarlehens auf gut 16.000 Euro. Damit reduzieren sich die Schulen um fast 24.000 Euro.